| Notizen |
- 1693-1759. Steven Jans Wolthuis, koopman in stoffen en hout
Aus den Aufzeichnungen im Familienarchiv ter Haseborg wissen wir, dass Jan Pieters Slachter, wohlhabend, aber kinderlos, seinem Bruder Derck aus Winschoten am Ende seines Lebens einen bemerkenswerten Vorschlag unterbreitete. Um den Reichtum in der Familie Slachter zu erhalten, schlug er vor, eines seiner Kinder zu adoptieren und es zu seinem Erben zu ernennen. Die Wahl fiel auf Steven, geboren 1670, und es ist wohl kein Zufall, dass dieser Junge denselben Namen wie sein verstorbener Sohn trug. Das Kind wurde vermutlich vorerst von seinen Eltern in Winschoten aufgezogen, doch die Adoption als legitimer Sohn war so endgültig, dass er sich Steven Jans und nicht mehr Steven Derks nannte. Schließlich war Jan Pieters Slachter nun sein neuer Vater. Vermutlich wohnte Maria Mennes nach dem Tod ihres Mannes weiterhin in dem Haus und wartete auf den Einzug von Steven und seiner Frau. Dies geschah 1693, nachdem er am 5. März in Winschoten Mettje Mestingh, die Tochter des Winschotener Kaufmanns Derck Harmens und Trijntien Jaspers, geheiratet hatte.
Steven Jans, der seinem Namen den Beinamen Wolthuis hinzufügte, wird als bedeutender Tuch- und Stoffhändler sowie Holzhändler erwähnt. Im Kirchenarchiv von Midwolda erscheint er 1698 als Lieferant von Holz für einen der Glockentürme der viertürmigen Kirche. Auch in den Rechnungen des Diakons von Scheemda ist vermerkt, dass er gelegentlich Geld für Holz, Nägel und Waren erhielt. Acht Kinder wurden in der Torenstraat geboren: Anna, Jan Pieter, Derk, Tiddo, Grietje, Trijntie, Berentje und Pieter. Die Eltern hielten jedes Geburtsdatum und jede Geburtszeit sorgfältig in der Familienchronik fest. Dies galt auch für Sohn Pieter, der am Donnerstagabend, dem 7. September, zwischen 20 und 21 Uhr geboren wurde. „Möge Gott ihm ein langes und gesegnetes Leben schenken“, hieß es in dem beigefügten Wunsch.
Der jüngste Sohn übernahm den Holzhandel und das Tuch- und Textilgeschäft seiner Eltern. Grietje, geboren 1700, heiratete 1729 in Mitling, Ostfriesland, den sieben Jahre jüngeren Pfarrer Focke Jans ter Haseborg aus Weener. Durch sie zog die Familie ter Haseborg später nach Scheemda. Sohn Tiddo wurde 1723 Pfarrer und reiste 1729 mit einem Segelschiff in den türkischen Hafen Smyrna, wo er als Pfarrer der dortigen niederländischen Handelsgemeinde eingesetzt worden war. Er lebte beim niederländischen Konsul Baron de Hochepied, dem zwei Zimmer zur Verfügung gestellt worden waren. Er starb 1740 und wurde im Alter von 41 Jahren in Smyrna beigesetzt. Einige wenige Briefe zwischen ihm und seinen Eltern sind erhalten geblieben.
Der Kaufmann und Kirchenvorsteher Steven Jans Wolthuis erlebte die Abreise seines Sohnes nicht mehr. Er war bereits am 24. August 1727 verstorben. Mettje Derks Mestingh starb am 15. Juni 1748 im Alter von 78 Jahren.
Elf Jahre später, 1759, wurde ein Inventar des gesamten Hausrats, des Stoffvorrats des Ladens und des Holzes erstellt. Die Gegenstände wurden Raum für Raum beschrieben, was neben einem Einblick in das Anwesen auch Aufschluss über die Raumaufteilung gibt. Im Obergeschoss, vermutlich dem Raum über dem Keller, befanden sich ein Schrank, Tische, ein Sofa, zwölf Stühle, Kastenbetten mit Bettwäsche und nicht weniger als 167 Delfter Keramikteller. Im vorderen Zimmer standen unter anderem ein Schrank, Stühle, Bettwäsche und acht Gemälde. In der hinteren Küche gab es außerdem eine Uhr, ein Barometer, Tische, Bettwäsche und eine große Menge an Zinn- und Kupferwaren. Im kleinen Zimmer befanden sich Betten, im Keller Bierfässer, eine Butterfass und Eimer. Unter den Silbergegenständen fanden sich Kerzenleuchter, Tabakdosen, Gabeln, Messer, Schuhschnallen, 31 Löffel und 179 Silberknöpfe. Und was ist mit der Wäsche? Darunter befanden sich 11 Herrenhemden, 16 Damenhemden, 66 Bettlaken, 27 Kissenbezüge und 84 Servietten. In zwei Bibeln verzeichnete das Inventar nicht weniger als 190 Bücher, große wie kleine. Der Großteil bestand vermutlich aus theologischen Werken, doch zeugt dies dennoch von den vielfältigen Interessen der Familie. Der Wert des im Schrank gefundenen Geldes – Gulden und Sak-Schilling, 4 Goldmünzen und 42 Silbermünzen, große wie kleine – überstieg 1.000 Gulden. Das Inventar offenbarte zudem eine Fülle unbezahlter Kundenrechnungen. Die Buchschulden beliefen sich auf sage und schreibe 10.410 Gulden! Hinzu kamen Schulden von Familie und Freunden in Höhe von 3.811 Gulden. Das war wahrlich eine beträchtliche Summe. Am 6. Juli 1759 erfolgte die endgültige Begleichung, und Sohn Pieter Stevens Wolthuis übernahm offiziell das Geschäft.
- Metje Derks Mestingh, die Ehefrau des Kirchenvorstehers Steven Jans Wolthuis in Scheemda, schrieb regelmäßig Briefe an ihren Sohn Tiddo, der seinerseits zurück schrieb. Sein Bruder, der Kaufmann Pieter Stevens Wolthuis, schrieb ebenfalls Briefe. Einige dieser Briefe sind erhalten geblieben. Der Überlieferung nach waren sie in französischer Zeit in einer Blechtrommel sicher im Boden vergraben. In der weiblichen Linie geerbt, landeten sie bei der Familie ter Haseborg.
G.P. ter Haseborg schrieb 1914 über Metje Mestingh: "ze had weinig vermogen maar des te meer verstand, en was flink opgevoed. Als meisje te Amsterdam in een winkel staande, was ze uitnemend geschikt de affaire (eene lakenwinkel) haars mans waar te nemen".
Der Kaufmann / Kirchenvorsteher Steven Jans und seine Frau bekommen eine große Familie mit zehn Kindern. Ihr Sohn Tiddo bringt es zum Prediger in Smyrna, dem heutigen Izmir in der Türkei.
"Hart geliefde soon,
Den uwen van den 11 october in gesontheijt / ontfangen. Als mede swager Wagemester die / hijr doen present was waar van hijr / nevens ock een brief an u wer over send / maar de hoftstal en tom die swager voor / u hijr gestuijrt heft, blift hijr tot ertitten / dat wij het over senden connen na Amsterda[m] / en soo vorts na Smyrna. Heb ock met blitscha[p] / u e[dele] gesontheijt vernomen. Als dat gij noch de / hart cloppen onderhevijng wast. Soo is dit mijn ra[aad] / an u e[dele] die ick er voor gebruick: confili, in wijn / gekocht en gedroncken war van ick u hyr een / weijnig van in dese brief send om te sien en / te kennen: en Mester Wolther Smit lat u ock / een raat toe comen. Nemt hartshoren, sacht / het opdat gij dar wat kleijnen van kricht of met / een vijle of met glas of mes ofschrapt / en dan een vingerhoet vol met wijn of / brandewijn of jenever in nemen of wat vocht / gij sout met innemen. Soo u t’soo niet helpt / sacht een stucksken af, brant int vijr ende stoot / in de visel hel kleijn ende bruickt als voren. En / hoop dat de Heere sijn zeegen er over gebieden / sal ent u genesen. En hope en bidde den Al / mogenden Godt dat Hij den weledelen heer consul u e[dele] / met u[wer] gemeijnte voor den verdervenden pest / [artbeving in de kantlijn ] wil behoeden en bewaren. Dat gij noch lange / te samen Godts raat dienen en gehorsame[n] / sullen. Gij schrift dat gij met capitien Cornelis / Booijs ons 2 doosen rosijnen send welcks wij / van de sictaris Luijs sullen laten af ha[len]./ Zegen an ziel en lichaam int nieje jaar, verblif t ......Methe Mestingh"
Aus diesem Brief geht unter anderem hervor, dass Tiddo Wolthuis Herzprobleme hat. Die von der Mutter empfohlenen Mittel (Zitronenmelisse oder Melisse und gemahlenes Hirschhorn) halfen nicht. Tiddo starb im jungen Alter von 42 Jahren.
Entnommen folgender Homepage: https://www.olyphant.nl/Familydesk2/nl/de-verschillende-families/kloosterhuis-mestingh-van-anken/mestingh/verhalen-documenten/143-zegen-an-ziel-en-lichaam-hart-geliefde-soon.html
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